{"id":647,"date":"2022-04-29T23:40:12","date_gmt":"2022-04-29T21:40:12","guid":{"rendered":"https:\/\/viktorjuliussternbooks.de\/viktorjuliussternbooks.de\/?p=647"},"modified":"2022-04-29T23:40:12","modified_gmt":"2022-04-29T21:40:12","slug":"die-auswirkungen-des-klimawandels-auf-die-indigenen-voelker-amerikas-und-kanadas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/viktorjuliussternbooks.de\/viktorjuliussternbooks.de\/die-auswirkungen-des-klimawandels-auf-die-indigenen-voelker-amerikas-und-kanadas\/","title":{"rendered":"Die Auswirkungen des Klimawandels auf die indigenen V\u00f6lker Amerikas und Kanadas"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 18pt;\"><b>Die Auswirkungen des Klimawandels auf die indigenen V\u00f6lker Amerikas und Kanadas<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><b>Auswirkungen auf bestimmte St\u00e4mme in den USA und Kanada.<\/b><\/span><\/p>\n<p>Es gibt ungef\u00e4hr 570 staatlich anerkannte Indianerst\u00e4mme und <i>Alaska Native Villages<\/i> (AI\/AN) in den Vereinigten Staaten. Sie unterscheiden sich stark in Bezug auf ihre Kultur, ihren wirtschaftlichen Status, ihre Landbasis, ihre Sprache, ihres Standorts und ihrer Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6\u00dfe.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Trotz dieser Unterschiede teilen viele dieser Stammesgemeinschaften mehrere Merkmale. Insbesondere befindet sich die Mehrheit in isolierten und h\u00e4ufig umweltbelasteten Gebieten wie etwa W\u00fcsten, f\u00fcr die Landwirtschaft ungeeigneten Gebieten, oder weit entfernt von gr\u00f6\u00dferen Bev\u00f6lkerungszentren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das <i>United States Census Bureau<\/i> hat etwa 25 Prozent der <i>Alaska Native Villages<\/i> (Eingeborenend\u00f6rfer) identifiziert, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben. Im Gegensatz zu etwa 9 Prozent der nicht-hispanischen Wei\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Agentur hat auch festgestellt, dass im gesamten indianischen Land und in den Ureinwohnerd\u00f6rfern Alaskas ein \u00fcberproportionaler Prozentsatz der H\u00e4user von Stammesmitgliedern keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sicherer Abwasserentsorgung hat. Laut Daten des indianischen Gesundheitsdienstes (IHS) aus dem Jahr 2007 haben etwa 13 % der AI\/AN-Haushalte keine saubere Wasser- oder Abwasserentsorgung. Dies ist ein extrem hoher Prozentsatz im Vergleich zu den 0,6 % der Nicht-Einheimischen in den Vereinigten Staaten, denen eine solche Infrastruktur fehlt, wie 2005 von der US-Volksz\u00e4hlung gemessen wurde. Der fehlende Zugang zu diesen grundlegenden Dienstleistungen im indianischen Land h\u00e4lt an und bedroht die \u00f6ffentliche Gesundheit indigener Gemeinschaften.<\/p>\n<p>Der Klimawandel stellt eine Vielzahl von Bedrohungen f\u00fcr die nat\u00fcrlichen Ressourcen und Kulturen indigener Gemeinschaften dar. Die enge Bindung dieser Gemeinschaften an ihr Land macht sie besonders anf\u00e4llig f\u00fcr die Auswirkungen des Klimawandels. Mangelnde Niederschl\u00e4ge, die dem Klimawandel zugeschrieben werden, haben sich als katastrophal f\u00fcr die Subsistenzkultur der indigenen V\u00f6lker im Norden der Vereinigten Staaten erwiesen. Zum Beispiel mussten im Jahr 2012, zum zweiten Mal in den letzten zehn Jahren, das Ojibwe-Bad-River-Reservat in Nord-Wisconsin und die <i>Fond du Lac Band<\/i> der Lake Superior-Chippewa in der N\u00e4he von Duluth, Minnesota, ihre Wildreisernte absagen.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren haben die angrenzenden Vereinigten Staaten eine Rekordhitze erlebt, die schwerste D\u00fcrre seit den 1950er Jahren. Dies hatte weitreichende Auswirkungen. Zum Beispiel waren die Waldbr\u00e4nde, die den Westen der Vereinigten Staaten von 2011 bis 2015 heimgesucht haben, einige der Schlimmsten in der aufgezeichneten Geschichte. Das f\u00fchrte zu Sch\u00e4den oder v\u00f6lliger Verw\u00fcstung in mehreren Reservaten, einschlie\u00dflich der <i>Northern Cheyenne Indian Reservation<\/i> in Montana, wo die 2.000-Einwohner-Stadt <i>Lame Deer,<\/i> das Stammeszentrum, im August 2012 sogar kurzzeitig evakuiert wurde, nachdem ein Feuer im S\u00fcdosten von Montana seinen Weg in das Reservat gefunden hatte. Br\u00e4nde in New Mexico bedrohten sowohl das Fort Apache- als auch das San Carlos Apache-Reservat, auf denen Hunderttausende Morgen niedergebrannt wurden.<\/p>\n<p>Die unten vorgestellten St\u00e4mme wurden ausgew\u00e4hlt, weil sie zu den \u00e4rmsten geh\u00f6ren und am st\u00e4rksten vom Klimawandel betroffen sein werden. Dar\u00fcber hinaus bedeutet die Armut in einem Reservat zunehmend, dass Mitglieder der angesprochenen St\u00e4mme kein flie\u00dfendes Wasser haben und sich ausschlie\u00dflich auf andere Wasserquellen wie B\u00e4che und Wasserl\u00f6cher verlassen m\u00fcssen. Da diese Quellen aufgrund von D\u00fcrren und hohen Temperaturen im Zusammenhang mit dem Klimawandel austrocknen, wird der Zugang zu Wasser immer problematischer.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><b>Die Pine Ridge Indian Reservation<\/b><\/span><\/p>\n<p>Im Westen S\u00fcd-Dakotas gelegen, ist das Reservat die Heimat der <i>Oglala Lakota Sioux Nation<\/i>. Gegr\u00fcndet im Jahre 1889 nach der Zerschlagung der <i>Great Sioux Indian Reservation<\/i> (das heutige S\u00fcd-Dakota westlich des Missouri) durch die US-Regierung. Die heutige <i>Pine Ridge Reservation<\/i> hat noch eine Fl\u00e4che von 8.984 km<sup>2<\/sup> von ehemals 12.000 km<sup>2<\/sup> und ist das achtgr\u00f6\u00dfte Indianerreservat in den Vereinigten Staaten und eines der \u00e4rmsten dazu. Die Lakota-Bev\u00f6lkerung des Reservates leidet unter gro\u00dfen gesundheitlichen Problemen, einer hohen Sterblichkeitsrate, Alkoholismus und falscher Ern\u00e4hrung. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei nur 47 Jahren f\u00fcr M\u00e4nner und 52 Jahre f\u00fcr Frauen im Vergleich zu 79 Jahren f\u00fcr den durchschnittlichen Amerikaner. Die niedrigste Lebenserwartung in der westlichen Hemisph\u00e4re au\u00dferhalb von Haiti.<\/p>\n<p>97% der Reservatsbewohner leben unterhalb der Armutsgrenze. 85% sind arbeitslos. 60% der H\u00e4user im Reservat verf\u00fcgen weder \u00fcber flie\u00dfendes Wasser noch Strom oder Anschluss an eine geregelte Abwasserentsorgung. Die Kindersterblichkeit ist die h\u00f6chste in Nordamerika und liegt 300% \u00fcber dem US-Durchschnitt. Die medizinische Versorgung ist kaum zug\u00e4nglich und v\u00f6llig ungen\u00fcgend. Viele H\u00e4user im Reservat haben weder einen Ofen noch einen K\u00fchlschrank, weder ein richtiges Bett noch einfache M\u00f6bel.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Bundesregierung, die der Treuh\u00e4nder f\u00fcr die amerikanischen Indianer ist, hat bis heute nicht viel Geld ausgegeben, um das Leben dieser Ureinwohner zu verbessern, und will es augenscheinlich auch nicht tun. Dieser Mangel an F\u00fcrsorge demonstriert weiterhin die anhaltende Gleichg\u00fcltigkeit der Vereinigten Staaten gegen\u00fcber ihrer einheimischen Bev\u00f6lkerung, die sie auf unproduktivem Reservatsland platziert haben, sowie ihre v\u00f6llige Missachtung der Menschenrechte.<\/p>\n<p>Die Oglala Lakota werden Schwierigkeiten haben, sich an die Auswirkungen des Klimawandels auf Temperatur und Wasserbrunnen anzupassen.<\/p>\n<p>Ihre Viehzucht und Landwirtschaft wird sicher beeinflusst. Zudem wissen Wissenschaftler noch nicht, welche Auswirkungen der schmelzende Permafrost in Alaska und Nordkanada und das damit einhergehende Abschmelzen des arktischen Eises auf diese Region von South Dakota haben werden.<\/p>\n<p>Trotzdem hat die Oglala-Lakota-Gemeinschaft nicht stillgestanden angesichts der Auswirkungen des Klimawandels. Tats\u00e4chlich hat sie Schritte unternommen, um diese potenziellen Auswirkungen zu bek\u00e4mpfen, sowie die Auswirkungen anderer Umweltver\u00e4nderungen. Da ein gro\u00dfer Prozentsatz des Reservats zum Weiden geeignet ist, und auch etwas Landwirtschaft m\u00f6glich ist, waren diese Bem\u00fchungen auch erfolgreich. Doch der Wassermangel bleibt weiterhin ein gro\u00dfes Problem. Dar\u00fcber hinaus ist <i>Pine Ridge<\/i> trotz seiner landschaftlichen Sch\u00f6nheit geografisch isoliert und hat begrenzte Wasserressourcen, die es bisher verhindert haben, dass die Lakota-Sioux \u00f6konomisch prosperieren.<\/p>\n<p>2018 und 2019 zogen zwei furchtbare St\u00fcrme durch das Reservat und zerst\u00f6rten viele Wohnst\u00e4tten und Existenzen. Viele der armen Reservatsbewohner konnten sich davon bisher nicht erholen, zumal seit Pr\u00e4sident Bill Clinton die staatlichen Hilfen f\u00fcr Indianerreservate stark gek\u00fcrzt wurden. Als Folge ist Pine Ridge zunehmend gezwungen, sich auf die eigenen Ressourcen zu verlassen und auf kreative L\u00f6sungen wie auf durch Spenden finanzierte Freiwilligenteams, die den Kommunen helfen, Sturmsch\u00e4den zu beseitigen. Aber da die Wetterextreme auf den High Plains zunehmen, wird das \u00dcberleben in dieser Region immer schwieriger.<\/p>\n<p>Die D\u00fcrren im Westen der Vereinigten Staaten hatten auch gro\u00dfe Auswirkungen auf das Lakota-Reservat und eine ohnehin schlechte Situation weiter verschlimmert. Im Laufe der Zeit wird der Klimawandel weiter seinen Tribut vom Reservat fordern. Aus diesem Grund muss das <i>Bureau of Indian Affairs<\/i> der Bundesregierung seine Pr\u00e4senz im indianischen Land erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><b>Wie das Volk der Oglala Lakota sich gegen das Extremwetter wehrt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/span><\/p>\n<p><b>Durch Politik, Wirtschaft und Kultur baut eine indianische Gemeinschaft Widerstandsf\u00e4higkeit gegen Katastrophen auf.<\/b><\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2019 tobte ein schwerer Schneesturm durch das Pine-Ridge-Reservat, gefolgt von einer raschen Schneeschmelze, die B\u00e4che und Fl\u00fcsse anschwellen lie\u00df und \u00fcberall zu \u00dcberschwemmungen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Diese Fr\u00fchjahrsflut offenbarte zwei Dinge: die Wichtigkeit der Vorsorge f\u00fcr Extremwetterlagen und die Notwendigkeit effektiver Erholungsstrategien f\u00fcr die betroffene Bev\u00f6lkerung. Die Menschen im Reservat sind sich ihrer Verwundbarkeit durch Extremwetterlagen sehr bewusst. Sie arbeiten daran, die Gefahren durch zuk\u00fcnftige Katastrophen zu minimieren durch erleichterten Zugang zu lokal erzeugten Lebensmitteln und eine ausreichende staatliche Unterst\u00fctzung und, was zun\u00e4chst wenig relevant erscheint, eine Wiederbelebung der Lakota-Sprache.<\/p>\n<p>Die<em> Pine Ridge Indian Reservation<\/em> besteht aus mehreren kleineren Kommunen in<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>permanentem Katastrophen-Modus wegen weitverbreiteter Armut, begrenztem Wohnraum und gesundheitlichen Problemen vieler Bewohner. Das Reservat ist st\u00e4ndig unterfinanziert, und wenn es von einer Katastrophe getroffen wird, kommt das gesamte Gleichgewicht innerhalb des Reservates durcheinander. Eines der aktuellen Hauptprobleme ist die Versorgung der Oglala Lakota mit gesunden Lebensmitteln. Gegenw\u00e4rtig kommen 99 % aller Lebensmittel im Reservat von au\u00dferhalb. Oder die Menschen im Reservat m\u00fcssen extra bis nach Rapid City fahren, nur um Lebensmittel zu kaufen, da es in ihrer N\u00e4he keinen Lebensmittelladen gibt. Ein gro\u00dfes Problem gerade im Winter, wenn Schotterstra\u00dfen h\u00e4ufig unpassierbar sind.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ern\u00e4hrungsunabh\u00e4ngigkeit kann die F\u00e4higkeit einer Kommune, sich von einer Katastrophe zu erholen, deutlich steigern. Verschiedene Projekte im Reservat haben daher das Ziel, es bei der Versorgung mit gesunden Lebensmitteln unabh\u00e4ngiger zu machen, z. B. durch kommunale G\u00e4rten und einen Demonstrationsbauernhof.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Selbstversorgung ist ein fundamentaler Baustein der angestrebten<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Selbstbestimmung und Souver\u00e4nit\u00e4t des <em>Oglala Sioux Tribe<\/em> von Pine Ridge.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Obwohl viele Menschen im Reservat leiden, sind sie trotzdem in der Lage, zu \u00fcberleben. Sie freuen sich, lachen und haben immer noch ihre Zeremonien. \u201eWir wissen, wir werden niemals aussterben.\u201c Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr diese St\u00e4rke ist ein tiefes Gesp\u00fcr f\u00fcr Kultur und Stolz im Pine-Ridge-Reservat. Das Reservat ist nicht nur ein Ort zum Leben; trotz bestehender Widrigkeiten gibt es eine reiche gemeinsame Geschichte. Ein \u00e4hnliches Gemeinschaftsgef\u00fchl half Menschen von verschiedenen Orten, nach Katastrophen zusammenzukommen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Aber einer der potentiellen Auswirkungen des Klimawandels ist auch der Verlust der Muttersprache. Wenn Menschen gezwungen werden, nach Katastrophen ihre Heimatgemeinden zu verlassen, k\u00f6nnten kleine Lakota-Sprachgemeinschaften zu popul\u00e4reren Sprachen (z. B. Englisch) wechseln. Sprachen bieten weit mehr als eine Kommunikationsmethode, sie sind eine Quelle von Kultur und Geschichte. Akut ist das Lakota, wie alle Sioux-Sprachen, vom Aussterben bedroht. Es gibt vielleicht noch f\u00fcnf- oder sechstausend Sprecher des Lakota von einer Gesamtbev\u00f6lkerung von ca. 260.000 Sioux. Fast keine Kinder lernen Lakota noch als Muttersprache. Doch hat die Lakota-Sprache realistische \u00dcberlebenschancen dank der Standardisierung der Schriftsprache durch SLO (Standard Lakota Orthography). Das<em> Lakota Language Consortium<\/em> gibt seit 2004 Lehrb\u00fccher in SLO f\u00fcr Lakota als Zweitsprache heraus, zusammen mit einem Curriculum f\u00fcr die Schulen und Schulungen f\u00fcr Lehrer.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Lakota wird heute fast ausschlie\u00dflich in den Indianerreservaten in S\u00fcd-Dakota westlich des Missouri River gesprochen. Die au\u00dferhalb der Reservate lebenden Mitglieder der Lakota-Sioux sprechen so gut wie nie Lakota.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><b>Die Ureinwohner Alaskas<\/b><\/span><\/p>\n<p>In Stammesgemeinschaften in Alaska sind die Auswirkungen des Klimawandels seit fast einem Jahrzehnt offensichtlich. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen geh\u00f6ren Gemeinschaften amerikanischer Ureinwohner zu den am st\u00e4rksten vom Klimawandel in Nordamerika Betroffenen. Gemeinschaften der Ureinwohner in Nordkanada und Alaska erleben bereits Einschr\u00e4nkungen ihres Lebensstils und ihrer wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten durch weniger zuverl\u00e4ssiges Meer- und Seeeis (f\u00fcr Reisen, Jagen, Fischen und Walfang), Verlust von Waldressourcen durch Insektenfra\u00df, Stress f\u00fcr Karibus und st\u00e4rker exponierte K\u00fcsteninfrastruktur durch abnehmendes Meereis.<\/p>\n<p>Ein Beispiel ist das Dorf <em>Newtok<\/em> in Alaska, die Heimat von 350 Ureinwohnern. Es erodiert teilweise, weil es auf Permafrost sitzt, einer einst dauerhaft gefrorenen Bodenschicht in der Arktis. Mit steigenden Temperaturen in Alaska schmilzt jedoch dieser Permafrost, was zu einer schnellen Erosion f\u00fchrt.<\/p>\n<p>In der Tat erlebt Alaska wegen des schmelzenden Permafrostes die Auswirkungen der globalen Erw\u00e4rmung st\u00e4rker als jeder andere Ort auf der Erde. Aufgrund ihres hoch im Norden gelegenen Lebensraumes geh\u00f6ren die Ureinwohner Alaskas zu den ersten amerikanischen Bev\u00f6lkerungsgruppen, die die Auswirkungen des Klimawandels zu sp\u00fcren bekommen. 86% der Eingeborenend\u00f6rfer Alaskas leiden unterschiedlich stark durch \u00dcberschwemmungen und Bodenerosion. Am st\u00e4rksten die K\u00fcstenorte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Zunehmende Schwankungen der Temperatur, Eisbildung, Windgeschwindigkeit und der Meeresstr\u00f6mungen in der Bering- und Tschuktschensee sind in den letzten Jahrzehnten aufgetreten und haben die Klimamuster ver\u00e4ndert, an die die Ureinwohner gew\u00f6hnt waren. Das Meereis bildet sich sp\u00e4ter im Herbst als Folge der h\u00f6heren Temperaturen und st\u00e4rkeren Winde. Und die Eisdecke ist d\u00fcnner, was ihre \u00dcberquerung gef\u00e4hrlicher macht. Au\u00dferdem ist sie anf\u00e4lliger f\u00fcr vorzeitiges Aufbrechen im Fr\u00fchjahr.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Niederschlagsmuster haben sich ver\u00e4ndert, mit wenig Schneefall im Herbst und fr\u00fchen Winter, aber gro\u00dfen Schneemengen im Sp\u00e4twinter und Fr\u00fchjahr. Der Mangel an Schnee erschwert es Eisb\u00e4ren und Ringelrobben, H\u00f6hlen f\u00fcr die Geburt zu bauen oder, im Fall der m\u00e4nnlichen Polarb\u00e4ren, Schutz vor dem Wetter zu suchen. Offensichtlich veranlassen diese Komplikationen hungrige Eisb\u00e4ren, nach anderen Nahrungsquellen zu suchen, auch in D\u00f6rfern.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><b>Die Piikani (Piegan) First Nations von Alberta (ein Stamm der Schwarzfu\u00df-Konf\u00f6deration)<\/b><\/span><\/p>\n<p>1877 schlossen die Piikani den Friedensvertrag Nr. 7 mit der kanadischen Regierung (die kanadische Regierung schloss insgesamt 11 sog. <i>Numbered Treaties<\/i> mit verschiedenen Indianerv\u00f6lkern), darin traten sie ihr Land im S\u00fcden Albertas gegen ein Reservat an die Regierung ab. Sie forderten jedoch, dass der Oldman River, die Porcupine Hills und die Crow Creeks als Heimat der Piikani festgesetzt wurden, da dies ihre bevorzugten \u00dcberwinterungsgebiete f\u00fcr die B\u00fcffeljagd waren.<\/p>\n<p>Nach der Ausrottung der B\u00fcffel durch die Wei\u00dfen, wurden die Piikani \u00fcberredet, in das Reservat zu ziehen und sich dem Ackerbau zuzuwenden. Jedoch machten die klimatischen Bedingungen Landwirtschaft fast unm\u00f6glich. Sie wendeten sich daraufhin der Viehzucht zu, die sie auch heute noch erfolgreich betreiben. Dennoch sind die Piikani, wie alle First Nations in Kanada, mit herausfordernden und einzigartigen wirtschaftlichen Bedingungen konfrontiert, insbesondere mit einem konstant niedrigen Lebensstandard.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In der Tat erleben die Menschen der kanadischen First Nations Besch\u00e4ftigungsquoten von ca. 50% (in den Reservaten) und von ca. 61% au\u00dferhalb der Reservate. Als Folge dieser schlechten wirtschaftlichen Bedingungen besteht im Allgemeinen ein Unverm\u00f6gen, mit gro\u00dfen wirtschaftlichen, sozialen und \u00f6kologischen Ver\u00e4nderungen in den Gemeinschaften der First Nations richtig umzugehen. Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Unf\u00e4higkeit, mit diesen Ver\u00e4nderungen umzugehen, liegt darin begr\u00fcndet, dass die Volkswirtschaften der First Nations im Allgemeinen auf Aktivit\u00e4ten zur Existenzsicherung wie Forstwirtschaft und Tourismus basieren. Diese Subsistenzt\u00e4tigkeiten sind anf\u00e4llig f\u00fcr Klimaver\u00e4nderungen. Auch das Jagen und Sammeln von Wildfr\u00fcchten und -gem\u00fcse wird durch klimatische Bedingungen beeinflusst. Obwohl die Piikani von alternativen Energieprojekten profitiert haben, in denen ihr Stamm involviert ist, z. B. in Wasserkraft und Windenergie, bleiben sie dennoch anf\u00e4llig f\u00fcr die Launen des Klimas.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Obwohl die Subsistenzwirtschaft als Folge des Klimawandels zur\u00fcckgeht, gibt es kurz- und mittelfristig keine Aussichten, dass der Subsistenzsektor durch Lohn- und Industriewirtschaft ersetzt werden kann, weil es schlichtweg f\u00fcr indigene V\u00f6lker in und au\u00dferhalb der Reservate keine Jobs gibt, noch solche schnell geschaffen werden k\u00f6nnen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Interventionen im Bereich der \u00f6ffentlichen Gesundheit sind erforderlich, die sich auf indigene V\u00f6lker in Nordamerika konzentrieren. Umweltschutz, insbesondere von Land und Gew\u00e4ssern in Eingeborenengemeinschaften, Ern\u00e4hrungsprogramme, Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Armut und die Beseitigung diskriminierender Praktiken im <i>\u201eIndian Act\u201c<\/i> sind notwendig.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Auswirkungen des Klimawandels auf die indigenen V\u00f6lker Amerikas und Kanadas Auswirkungen auf bestimmte St\u00e4mme in den USA und Kanada. Es gibt ungef\u00e4hr 570 staatlich anerkannte Indianerst\u00e4mme und Alaska Native Villages (AI\/AN) in den Vereinigten Staaten. 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